Zugspitze – Top of Germany

Zugspitze – Top of Germany

Am 19. und 20. Juli 2019 habe ich eine Alpenvereinstour für die Ortsgruppe Oberes Lavanttal geführt. Das Ziel war die 2962 m hohe Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands. Ich hatte diese Tour bereits mehrmals im Programm, konnte sie aber bisher aufgrund von schlechtem Wetter oder Problemen bei der Hüttenreservierung nicht durchführen. Dieses Jahr hat es aber endlich geklappt. Wir haben sogar die Überschreitung der Zugspitze von Ost nach West über die beiden bekanntesten Klettersteige, den Höllental- und den Stopselzieher-Klettersteig, gemacht. In Summe kamen so knapp 2200 Höhenmeter im Aufstieg und 2000 im Abstieg zusammen.

Das folgende Video habe ich während der Tour aufgenommen. Im Anschluss gibt es einen kurzen Tourenbericht.

Tourenbericht

1. Tag (19.07.2019)

Von Hammersbach (758 m) sind wir zu sechst durch die beeindruckende Höllentalklamm in knapp 2 Stunden zur Höllentalangerhütte (1387 m) aufgestiegen, wo wir übernachtet haben. Das Wetter war stabil, durch den bedeckten Himmel kam immer mal wieder die Sonne durch. Es war angenehm warm, so dass wir bis zur Hüttenruhe draußen sitzen konnten. Die Hüttenbelegschaft war überdurchschnittlich freundlich und machte jeden Spaß mit. Das Essen war wirklich sehr gut. Ein absolutes Novum für uns waren die „3-stöckigen“ Stockbetten im Lager. So was hatten wir bis dahin noch nie gesehen.

Höllentalklamm
In der Höllentalklamm

2. Tag (20.07.2019)

Das Frühstück wurde aufgrund der Wetterprognose, die Gewitter für den frühen Nachmittag vorhersagte, bereits um 05:00 Uhr serviert. Anschließend starteten wir gestärkt zur Tour. Bereits nach ca. 35 Minuten erreichten wir die erste nahezu senkrechte und mit Trittbügeln versehene Steilstufe, die den Beginn des unteren Höllental-Klettersteigs einleitet. Das Wetter war traumhaft schön und der Himmel nahezu wolkenlos.

Die Verhältnisse am Höllentalferner waren optimal, so dass wir auf Steigeisen verzichten konnten. Aufgrund der noch ausreichend vorhandenen Altschneedecke, des kompakten und griffigen Firns und einer sehr gut angelegten Spur, die wahrscheinlich schon hunderte Leute in dieser Saison passiert haben, konnten wir guten Gewissens auch auf das Anseilen am Gletscher verzichten. Ein Spaltensturz bei diesen Bedingungen ist äußerst unwahrscheinlich. Die Randkluft vom Gletscher zum Klettersteig war nahezu problemlos zu überwinden.

Höllental-Klettersteig
Im oberen Teil des Höllental-Klettersteigs mit schöner Aussicht auf den Höllentalferner

Nach etwas über 4 Stunden Gesamtgehzeit erreichten wir bei immer noch bestem Wetter den 2962 m hohen Gipfel der Zugspitze. Nach einer kurzen Rast am Gipfel und diversen Gipfelfotos haben wir uns ein paar Getränke bei einem zur Seilbahn-Bergstation gehörigen Kiosk gegönnt.

Zugspitze
Die letzten Klettermeter bis zum Gipfel der Zugspitze

Mit aufgefüllten Flüssigkeitsreserven sind wir dann über den Stopselzieher-Klettersteig westseitig zur Wiener-Neustädter-Hütte (2213 m) abgestiegen, wo wir eigentlich im Notlager, wie mit dem Wirten zwei Tage zuvor telefonisch besprochen, übernachten wollten.

Nun ja, wie sich herausstellte war das „Notlager“ die knapp bemessene Gaststube ohne jegliche Matratzen. Da wir unsere Bandscheiben nicht überstrapazieren wollten und das Wetter noch relativ gut war, entschieden wir uns, weiter bis ins Tal abzusteigen. Nach insgesamt gut 5 Stunden Abstieg vom Gipfel haben wir den Eibsee (973 m) im Tal erreicht, der uns eine angenehme Abkühlung bot.

Wir haben an diesem zweiten Tag ca. 1600 Höhenmeter im Aufstieg und 2000 im Abstieg bewältigt und die Zugspitze sozusagen von Ost nach West überschritten. Nach dem Schwimmen im Eibsee und einer Stärkung im Biergarten ging es mit dem PKW zurück nach Hause.

Unsere Route

Die Abbildung unten zeigt unsere Route, dich ich mit meiner Garmin fenix 3 aufgezeichnet habe (Details zur Tourenplanung und Navigation habe ich bereits vor einiger Zeit in diesem Beitrag diskutiert). In zwei Tagen haben wir insgesamt 2200 Höhenmeter im Aufstieg und 2000 im Abstieg gemacht.

Zugspitze-Überschreitung
Unsere Route (in blauer Farbe) bei der Überschreitung der Zugspitze

In der folgenden interaktiven Karte ist nochmals der GPS-Track unserer Zugspitz-Überschreitung dargestellt. Den GPS-Track im GPX-Format könnt ihr euch hier herunterladen (rechte Maustaste → Ziel speichern unter).

Tipp

Die Zugspitze ist vor allem in der Hauptferienzeit ein begehrtes Ziel vieler Bergsteiger und Wanderer. Wenn man nicht schon 6 bis 7 Monate im Voraus bei den Hütten reserviert, bekommt man höchstwahrscheinlich keinen Schlafplatz. Vor allem dann nicht, wenn man mit einer größeren Gruppe unterwegs sein will. Eine Online-Reservierung bei den Hütten ist im Allgemeinen ab Anfang Januar möglich.

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